Andy Warhol
"Er repäsentiert das Amerikanische und
Europäische zugleich in einer Verschmelzung, und er ist
sehr, sehr neugierig und empfänglich für alles,
was jeden Tag vor sich geht.... Er hat diese unfassbare Energie,
und er geht los und hält das alles fest und macht das
alles und wird selbst zu alldem. Ein Mensch für alles.
Filme und Bücher und Dichtung und Bilder und Photographie...
Es ist alles hier, es ist alles in ihm, und er gießt
es aus und er gibt alles, und deshalb ist er ein großer
Künstler", sagt seine Mutter, die eine zentrale
Rolle in Andys Leben spielt.
Der Kunstmarkt
In den 70er Jahren beginnt der "Aufstieg
Andy Warhols aus der Subkultur in höchste Marktregionen",
schreibt Christian Herchenröder vom Handelsblatt.
Im Oktober 1973 wird im Auktionshaus Sotheby's
in New York ein über 2 x 4 Meter großes Blumenbild
auf 135 000 Dollar gesteigert, im Mai 1989 werden für
diesselbe Arbeit bereits 1,54 Millionen Dollar notiert.
Die drei teuersten Warhol-Arbeiten überhaupt
stammen aus den frühen 60er Jahren und zeigen die Schauspielerin
Marilyn Monroe, die Warhol nach deren Tod am 5. August 1962
mehrfach als Motiv verarbeitet:
Im November 1992 wird bei Sotheby's in New York
der über fünf Meter breite, übermalte Siebdruck
"Marilyn X 100" (1962) für 3,74 Millionen Dollar
versteigert. Zwei Jahre später erzielte das etwa 1 x
1 Meter große Leinwand-Porträt mit dem Titel "Shot
Red Marilyn" aus der Sammlung Max Palevsky (1964) bei
Christie's fast ebenso viel - 3,63 Millionen Dollar.
Der höchste Warhol-Preis jedoch wurde mit
"Orange Marilyn" (1964) aus der Sammlung des deutschen
Unternehmers Karl Ströher notiert, die im Mai 1998 bei
Sotheby's in New York sensationelle 15,75 Mill. Dollar brachte.
Daran hätte Warhol, der immer auch ein Geschäfts-Künstler
sein wollte, seine wahre Freude gehabt!
Ausgewählte Einzelausstellungen:
1989 Andy Warhol - Retrospektive. The Museum of
Modern Art, New York, und Centre Georges Pompidou, Paris.
Katalog.
1996 Andy Warhol - Sammlung José Mugrabi. Wilhelm-Hack-Museum,
Ludwigshafen am Rhein. Katalog.
2001 Andy Warhol-Retrospektive, Neue Nationalgalerie, Berlin
Fondation Beyeler
Am 18. Oktober 1997 wurde die Fondation Beyeler
in Riehen bei Basel offiziell eingeweiht. Seither hat die
bedeutende Sammlung von Hildy und Ernst Beyeler eine der Öffentlichkeit
zugängliche Heimstätte gefunden. Das neue Museum
wurde in einer etwa dreijährigen Bauzeit vom Genueser
Architekten Renzo Piano erbaut, der unter anderem auch das
Centre Pompidou in Paris realisiert hat. Im September 2000
wurde der Erweiterungstrakt des Museums offiziell eingeweiht.
Finanziert wurde der Museumsbau von einer Stiftung,
die das Sammlerehepaar 1982 gegründet hat und die gleichzeitig
auch Trägerin der Fondation ist. Das Gelände wurde
von der Gemeinde Riehen zur Verfügung gestellt; der Kanton
Basel-Stadt leistet seinerseits einen jährlichen Beitrag,
der rund ein Drittel der Betriebskosten des Museums deckt.
Piano hat mit dem Bau ein ruhiges, zurückhaltendes
Bauwerk schaffen wollen, das »der Kunst dienen soll
und nicht umgekehrt«. Das mit rotem Porphyrstein verkleidete
Gebäude besteht aus vier parallelen, monumentalen Längsmauern,
verglasten Stirnseiten und einem an der westlichen Längsseite
gelegenen Wintergarten, der den Blick auf die Landschaft freigibt.
Das über den Längsmauern schwebende Glasdach versorgt
das Innere gänzlich mit dem für Kunst so wertvollen
Tageslicht. Die Ausstattung der zweiundzwanzig Ausstellungsräume
verzichtet bewusst auf jede Art von sichtbaren technischen
oder gestalterischen Details.
Die Sammlung Beyeler, die rund 200 Bilder und
Skulpturen der klassischen Moderne umfasst, ist in mehr als
fünfzig Jahren parallel zur erfolgreichen Galerietätigkeit
von Hildy und Ernst Beyeler entstanden. Der Umfang und das
Renommee der Sammlung wachsen durch Neuerwerbungen bedeutender
Werke von Künstlern wie Cézanne, van Gogh, Kelly,
Warhol u.a. beständig weiter.
Ausgewählte Arbeiten der Stammeskunst aus Afrika, Alaska
und Ozeanien werden in einigen Sälen mit Werken der europäischen
und amerikanischen Kunst konfrontiert, was immer wieder zu
spannungsvollen und in dieser Form einzigartigen Dialogen
führt.
Mit den Sonderausstellungen, die jeweils rund
ein Drittel der Ausstellungsfläche einnehmen, schafft
die Fondation Beyeler immer wieder auch einen Bezug zur aktuellen
Kunst. Gezeigt werden jeweils bis zu vier Sonderausstellungen
pro Jahr, die in engem Bezug zur Sammlung und ihrem ganz besonderen
Charakter stehen.
Seit der Eröffnung wurden Ausstellungen wie »Jasper
Johns. Werke aus dem Besitz des Künstlers«, »Renzo
Piano. Workshop«, »Farben – Klänge.
Wassily Kandinsky und Arnold Schönberg«, »Roy
Lichtenstein«, »Magie der Bäume« mit
»Wrapped Trees« von Christo & Jeanne-Claude,
»Face to Face to Cyberspace«, »Cézanne
und die Moderne«, »Farbe zu Licht«, »Andy
Warhol. Series and Singles«, »Mark Rothko«,
»Ornament und Abstraktion«, »Anselm Kiefer.
Die sieben Himmelspaläste 1973–2001«, »Claude
Monet ... bis zum digitalen Impressionismus«, »Ellsworth
Kelly. Werke 1956–2002«, »EXPRESSIV!«,
»Paul Klee. Die Erfüllung im Spätwerk«
und zuletzt »Mondrian+Malewitsch in der Mitte der Sammlung«
realisiert. Sämtliche Ausstellungen haben internationale
Beachtung und Anerkennung gefunden.
Die Fondation Beyeler verdankt ihre besondere
Anziehungskraft der Verbindung der einzigartigen Sammlung
mit einer faszinierenden Museumsarchitektur und Landschaft
sowie den wechselnden Ausstellungen auf höchsten internationalem
Niveau, die immer wieder eine Auseinandersetzung mit der Kunst
des 20. Jahrhunderts, aber auch der ganz aktuellen Kunst ermöglichen.
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